
Krasser Körper, krasse Veränderung
Körperliche Veränderungen
Der Körper deiner Partnerin hat gerade wirklich alles gegeben: euer Kind gemacht, geboren und - wenn gestillt wird - auch danach noch versorgt. Respekt. Nach 40 Wochen Schwangerschaft braucht er jetzt mal eine Pause und viel Ruhe. Vor allem um sich wieder zurückzubilden, quasi ein voller Reset.
Alles anders.
Ja, der Körper deiner Partnerin sieht jetzt wahrscheinlich anders aus, als vor der Schwangerschaft. Bei einigen (wenigen) Frauen bildet sich der Körper komplett zurück. Meistens aber nicht: es bleibt mehr Bauch, etwas schlaffere Brüste, ein paar Röllchen hier und ein paar Pigmente da - und in einigen Fällen auch eine große Kaiserschnittnarbe.
Die Rückbildung kann bis zu 12 Monate nach der Geburt dauern.
Der Bauch nach der Geburt
Das Baby ist draußen, der Bauch ist noch da. Das überrascht viele Paare, obwohl es logisch ist: Die Gebärmutter war gerade so groß wie ein Kind, die Haut ist gedehnt, die Bauchmuskeln sind auseinandergewichen. Nichts davon ist am Tag nach der Geburt einfach weg. Die ersten Wochen sieht der Bauch oft aus wie im sechsten Monat. Dann wird er langsam kleiner. Langsam.
Was du dazu sagen solltest: nichts, was nach Bewertung klingt. Keine Witze, keine Vergleiche mit vorher, keine Tipps. Deine Partnerin sieht diesen Bauch jeden Tag im Spiegel und hat dazu genug eigene Gedanken. Was hilft: Komplimente, die nichts mit Figur zu tun haben, und der Satz „Du hast gerade ein Kind gemacht“. Alle Bäuche sind ok, und genau so heißt auch die Schwesterseite von the weeks: allebäuchesindok.de.
Rückbildung: Was da eigentlich passiert
Rückbildung heißt erstmal nur: Der Körper baut zurück, was die Schwangerschaft aufgebaut hat. Die Gebärmutter zieht sich in den ersten Wochen zusammen, das spürt deine Partnerin als Nachwehen, vor allem beim Stillen. Der Beckenboden, der neun Monate lang das Gewicht gehalten und bei der Geburt richtig was abbekommen hat, muss wieder stabil werden. Und die Bauchmuskeln müssen wieder zusammenfinden.
Dafür gibt es den Rückbildungskurs, meistens ab sechs bis acht Wochen nach der Geburt, bei einer Hebamme oder Physiotherapeutin. Die Krankenkasse übernimmt den Kurs.
Dein Part: Den Termin freihalten, das Baby übernehmen, und in der Zeit dazwischen nicht fragen, ob sie nicht mal was fürs Bauchgefühl tun will. Sie tut es. Schweres heben, viel Treppen, lange stehen sind in der Zeit nichts für sie. Also: Du trägst den Wäschekorb. Und den Kinderwagen. Und die Getränkekiste.
Wochenfluss: Das, worüber keiner redet
Jetzt wird es konkret. Nach der Geburt löst sich die Plazenta von der Gebärmutter, und da bleibt eine Wunde zurück, die heilen muss. Dabei fließt Wundflüssigkeit ab, und das nennt man Wochenfluss. In den ersten Tagen ist das wie eine starke Blutung, dann wird es weniger und heller, bis es nach einigen Wochen aufhört.
Das heißt für deine Partnerin: Sie braucht in dieser Zeit richtig gute, dicke Binden, und zwar viele. Tampons sind im Wochenbett tabu, da sagt jede Hebamme dasselbe.
Das heißt für dich: Du kannst das Thema entspannt besprechen, Nachschub besorgen und nicht komisch gucken. Wenn der Wochenfluss plötzlich wieder stärker wird, übel riecht oder deine Partnerin Fieber bekommt, ist das ein Fall für die Hebamme. Sofort, nicht morgen.
Kaiserschnitt: Eine OP, kein Abkürzer
Ein Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation mit allem, was dazugehört: Narkose, Schnitt, Naht, Narbe. Deine Partnerin hat trotzdem ein Wochenbett, trotzdem Wochenfluss, trotzdem Hormonchaos, und zusätzlich eine Wunde am Bauch, die beim Aufstehen, Lachen und Husten weh tut. Die ersten Tage ist jeder Weg zur Toilette ein Projekt.
Was das für dich heißt: Noch mehr Ruhe für sie, noch mehr Hände von dir. Baby anreichen, weil sie es nicht hochheben soll. Beim Aufstehen helfen. Autofahren übernehmen, Einkäufe sowieso. Und die Narbe ist ein Thema für sich: Manche Frauen finden sie krass, manche egal, manche erst nach Monaten. Wenn sie darüber reden will, hör zu. Wenn nicht, auch gut.
Stillen in Grundzügen
Ob gestillt wird, entscheidet deine Partnerin. Aber wenn, dann betrifft es dich mehr, als du denkst. Ein paar Tage nach der Geburt kommt der Milcheinschuss: Die Brüste werden groß, hart und tun weh, und die Stimmung schwankt oft genau in diesen Tagen mit. Stillen ist am Anfang kein Selbstläufer, sondern Übung für beide, Mutter und Kind. Wunde Brustwarzen, Milchstau, Zweifel, ob das Baby genug bekommt: alles normal, alles ein Fall für die Hebamme.
Dein Job dabei: Wasser und was zu essen neben das Stillkissen stellen, weil Stillen hungrig macht. Nachts das Baby holen, wickeln und zurückbringen, damit sie nicht aufstehen muss. Und nicht der Experte sein. Die Hebamme ist die Expertin, du bist der, der das Umfeld entspannt hält. Wenn es nicht klappt oder deine Partnerin nicht stillen will, ist das auch okay. Da gibt es nichts zu diskutieren.
Was du konkret tun kannst:
Achte darauf, dass deine Partnerin möglichst viel liegen kann, vor allem in den ersten 10 Tagen.
Denke daran, dass körperliche Veränderungen für uns alle schwierig sind - wie würdest du dich fühlen, wenn sich dein Aussehen ändert?
Gib deiner Partnerin Zuspruch und Komplimente. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür!
Fragen, die Väter googeln
Wie lange dauert die Rückbildung nach der Geburt?
Die Rückbildung kann bis zu 12 Monate nach der Geburt dauern. Die Gebärmutter ist nach dem Wochenbett wieder klein, Beckenboden, Bauch und Bindegewebe brauchen deutlich länger. Ein Rückbildungskurs hilft, und du hilfst, indem du das Baby nimmst.
Was ist der Wochenfluss?
Der Wochenfluss ist die Wundflüssigkeit aus der Gebärmutter nach der Geburt. Erst blutig, dann heller, nach ein paar Wochen weg. Völlig normal, und der Grund, warum deine Partnerin im Wochenbett richtig gute Binden braucht.
Warum hat meine Partnerin nach der Geburt noch einen Bauch?
Weil da neun Monate lang ein Kind drin war. Gebärmutter, Haut und Bauchmuskeln brauchen Monate, um sich zurückzubilden, bei vielen Frauen bleibt mehr Bauch. Das ist kein Fehler, das ist ein Körper, der gerade alles gegeben hat.
Was ist nach einem Kaiserschnitt anders?
Ein Kaiserschnitt ist eine Bauch-OP. Die Narbe muss heilen, aufstehen und heben tun weh, der Wochenfluss kommt trotzdem. Deine Partnerin braucht noch mehr Ruhe und noch mehr Hände. Also deine.
Wie kann ich meine Partnerin beim Stillen unterstützen?
Wasser bringen, Kissen stopfen, Baby anreichen, nachts mit aufstehen und wickeln. Und beim Thema Stillprobleme nicht selbst googeln, sondern die Hebamme fragen. Stillen ist ihr Job, der Rest drumherum deiner.