Zum Inhalt
Väter-Selbstbewusstsein

Entspannt Vater sein.

Väter-Selbstbewusstsein

Schonmal davon gehört, dass Mütter Vätern erklären, wie das mit dem Baby alles eigentlich geht? Das passiert tatsächlich ziemlich oft. Darum kommen hier ein paar Slides für dein Vater-Selbstbewusstsein, denn du kannst alle Baby-Dinge natürlich ganz genauso gut wie die Mama. Ok, außer Stillen vielleicht. Aber sonst wirklich alles!

Hebammen-Termine.

Ein guter Start: Bei Hebammen-Terminen im Wochenbett dabei sein und eigene Fragen stellen.

Denn es ist erstmal alles neu: Wunder Po, was nun? Wie binde ich ein Tragetuch? Und wie geht dieses Babybaden?

Aufschreiben, Hebammen-Termin abwarten und selber fragen. Egal was es ist, du kannst alles fragen.

Reinredende Mütter.

Was nerven kann: Wenn deine Partnerin dir reinredet.

Was helfen kann: Klare und eindeutige Aufgabenverteilung. Wer geht mit dem Baby zum Arzt? Wer kümmert sich um neue Klamotten fürs Baby? Wer ist verantwortlich für all den Admin-Quatsch (Kindergeld, etc.)? Durch eine klare Aufteilung wird jeder Expert:in in einem Bereich und übernimmt Verantwortung ohne Reinreden.

Ich hatte am Anfang richtig Respekt vorm Wickeln, Tragen, allem eigentlich. Aber je öfter ich es selber gemacht habe, desto besser ging es. Irgendwann hatten meine Freundin und ich so richtig unsere jeweiligen Wickel-Stile, das war irgendwie cool.

Ali (35), Produzent, 2 Kinder

Aufgabenverteilung: Wer macht was

Klare Aufteilung heißt nicht, dass du eine Liste abarbeitest, die deine Partnerin geschrieben hat. Es heißt, dass ihr euch die Bereiche teilt und jeder seinen Bereich komplett übernimmt, inklusive Nachdenken, Planen und Entscheiden. Das Baby braucht einen neuen Schlafsack? Dann suchst du einen aus, bestellst ihn und schickst ihn nicht vorher zur Freigabe. Hier ist eine Aufteilung, die bei vielen Paaren funktioniert. Eure darf anders aussehen.

  • Deine Partnerin: Stillen oder Füttern, ihr eigener Körper, Hebammen-Fragen zu sich selbst.
  • Du: Essen, Einkaufen, Küche. Komplett, vom Plan bis zum Abwasch.
  • Du: Besuch koordinieren, Türsteher spielen, Oma und Opa das Nein erklären.
  • Du: Der ganze Admin-Quatsch, Standesamt bis Elterngeld.
  • Du: Nachts das Baby holen, wickeln, zurückbringen, wenn gestillt wird. Wenn nicht, abwechselnd Nachtschicht.
  • Abwechselnd: Kinderarzt-Termine, Babyklamotten, Kinderwagen-Fragen. Wer es einmal übernimmt, behält es.
  • Beide: Baden, Tragen, Beruhigen, Spazierengehen. Das sind die schönen Sachen, die teilt man.

Und ein Satz, der hilft, wenn die Aufteilung kippt: „Das ist mein Bereich, lass mich das machen.“ Freundlich gesagt, und dann machen.

Hebammen-Fragen, die Väter wirklich haben

Beim Hebammen-Termin sitzen viele Väter daneben und sagen nichts, weil ihnen alles zu banal vorkommt. Nichts ist zu banal. Hier ein paar Fragen, die andere Väter gestellt haben, damit du siehst, was geht.

  • Wie merke ich, ob das Baby genug trinkt?
  • Wie fest darf ich beim Wickeln den Po abwischen, und was ist mit dem Nabel?
  • Wie warm muss das Badewasser sein, und wie lange darf das Baby drin bleiben?
  • Wie binde ich ein Tragetuch, und ab wann darf ich das Baby in die Trage setzen?
  • Wie viel Schreien ist normal, und ab wann rufen wir an?
  • Darf ich mit dem Baby raus, und wie ziehe ich es an?
  • Wie geht es meiner Partnerin wirklich, und worauf soll ich achten?

Die letzte Frage ist die wichtigste. Hebammen sehen Dinge, die ihr im Alltag übersehen habt. Und sie sagen sie dir eher, wenn du fragst.

Allein mit dem Baby

Irgendwann kommt der Moment: Deine Partnerin geht duschen, schlafen, zur Freundin, zum Rückbildungskurs, und du bist allein mit einem Menschen, der schreit und nicht sagen kann, warum. Das ist der Moment, in dem Väter wachsen. Oder das Handy zücken und die Partnerin anrufen. Mach Ersteres.

Was hilft: Ein Plan für die erste Stunde. Wickeln, dann tragen, dann raus mit dem Kinderwagen, weil Bewegung fast immer beruhigt. Wenn gestillt wird, abgepumpte Milch im Kühlschrank und einmal vorher geübt, wie das Baby die Flasche nimmt. Wenn es schreit und nichts hilft: Das Baby ist nicht kaputt, du bist nicht schlecht. Hinlegen, durchatmen, wieder aufnehmen. Schütteln ist das Einzige, was nie geht.

Und das Wichtigste: Mach es regelmäßig, nicht nur im Notfall. Jede Stunde, die du allein mit dem Baby verbringst, macht dich sicherer und deine Partnerin entspannter. Nach ein paar Wochen hast du deinen eigenen Wickel-Stil, deine eigene Art zu tragen, und dein Kind kennt dich genauso gut wie die Mama. Das ist Väter-Selbstbewusstsein. Nicht, dass man alles weiß, sondern dass man es einfach macht.

Elternzeit: Die Zeit, die aus dir Vater macht

Wenn du es dir irgendwie einrichten kannst, nimm Elternzeit direkt nach der Geburt. Nicht ein Jahr später für den Urlaub, sondern jetzt, wo das Wochenbett läuft. Zwei Monate, in denen ihr beide zu Hause seid, machen für die Aufteilung mehr als jede Liste. Du lernst das Baby von Anfang an, nicht nur am Wochenende. Wie das mit Elternzeit und Elterngeld geht, steht unter Admin-Chaos und Behörden-Dschungel. Nur so viel: Es hat Fristen, also kümmere dich vor der Geburt darum.

Was du konkret tun kannst:

  • Bei Hebammen-Terminen dabei sein und Fragen stellen.

  • Klare Aufgabenbereiche und damit auch Verantwortung übernehmen.

  • Auch mal ganz alleine Zeit mit dem Baby verbringen und an Herausforderungen wachsen.

FAQ

Fragen, die Väter googeln

Was ist die Rolle des Vaters im Wochenbett?

Du bist Elternteil, nicht Helfer. Deine Partnerin erholt sich und versorgt das Baby, du hältst den Rest am Laufen: Essen, Haushalt, Besuch, Behörden. Und du übernimmst das Baby, so oft es geht. Alles außer Stillen kannst du genauso gut.

Was kann ich als Vater mit dem Neugeborenen machen?

Wickeln, baden, tragen, Fläschchen geben, beruhigen, spazieren gehen, Hautkontakt. Nimm dir das Baby regelmäßig alleine, auch wenn es schreit. Je öfter du es machst, desto besser geht es. Kein Mensch kann das von Anfang an.

Welche Fragen sollte ich der Hebamme stellen?

Alle, die du hast. Wie wickle ich richtig, wie bade ich das Baby, wie binde ich ein Tragetuch, wie viel Schreien ist normal, wie geht es meiner Partnerin wirklich. Schreib die Fragen auf, wenn sie dir nachts einfallen, und frag beim nächsten Termin.

Soll ich als Vater Elternzeit nehmen?

Wenn ihr es euch leisten könnt: ja, und am besten direkt nach der Geburt. Die ersten Wochen zu zweit zu Hause sind das, was aus euch Eltern macht. Elternzeit musst du beim Arbeitgeber anmelden, das hat Fristen, also früh klären.