
WTF ist eigentlich dieses Wochenbett?
Was ist das Wochenbett?
Erstmal die Basics: Dieses Schwangerschafts-Ding läuft bei euch ja nun schon einige Monate und ihr erwartet in den nächsten Wochen die Geburt eures Nachwuchses. Soweit schonmal alles richtig gemacht.
Die Geburt ist eine aufregende Sache, aber hier erstmal nicht das Thema. Aber direkt nach der Geburt beginnt das Wochenbett und dauert die ersten gemeinsamen Wochen an.
Was ist wichtig im Wochenbett?
Im „Wochenbett“ versteckt sich nicht ohne Grund ein zentrales Möbelstück aus dem Schlafzimmer. Deine Frau soll sich nach der Geburt nämlich vor allem erholen. Warum? Eine Geburt ist körperlich und mental anstrengender als ein Marathonlauf. Vor allem im „Frühwochenbett“ (die ersten 10 Tage) ist liegen angesagt. In dieser Zeit beginnt die Rückbildung im Körper und der braucht dafür viel Ruhe.
Das durchschnittliche Wochenbett dauert sechs bis acht Wochen.
Alles krass im Wochenbett.
Aber auch du hast natürlich krasse Sachen erlebt. Vielleicht hast du dich bei der Geburt total hilflos gefühlt. Oder es gab Komplikationen und du hattest Angst um dein Kind und deine Partnerin. Selbst wenn bei der Geburt alles glatt ging: jetzt hast du ein Kind und das ist krass. Und es ist wichtig, dass du darüber sprichst und dich mit anderen austauschst.
Wie lange dauert das Wochenbett wirklich?
Du hast die Zahl oben gesehen: sechs bis acht Wochen. Das ist der Durchschnitt, keine Deadline. Bei manchen Frauen geht es schneller, bei anderen dauert es länger, und beides ist völlig normal. Das Wochenbett ist vorbei, wenn der Körper deiner Partnerin so weit ist. Nicht, wenn der Kalender es sagt.
Die Zeit teilt sich grob in zwei Phasen. Das „Frühwochenbett“ sind die ersten 10 Tage. Hier passiert das meiste: Die Gebärmutter zieht sich zusammen, Geburtsverletzungen fangen an zu heilen, das Stillen kommt in Gang, die Hormone fahren Achterbahn. Deine Partnerin gehört in dieser Zeit ins Bett oder aufs Sofa, und zwar nicht nur zum Schlafen. Liegen ist das Programm.
Danach kommt das „Spätwochenbett“, also der Rest bis Woche sechs bis acht. Hier wird es langsam mehr: ein kurzer Spaziergang, mal Besuch, mal eine Stunde ohne Baby im Arm. Aber immer noch kein Alltag wie vorher. Wenn deine Partnerin nach drei Wochen sagt, sie fühlt sich fit und will raus, ist das schön. Wenn sie nach fünf Wochen sagt, sie kann nicht mehr, ist das auch normal. Wochenbett halt.
Die Hebamme: eure wichtigste Verbündete
Eine Sache, die viele Väter nicht auf dem Schirm haben: Nach der Geburt kommt die Hebamme zu euch nach Hause. Nicht einmal, sondern regelmäßig, in den ersten Tagen oft täglich. Sie schaut nach deiner Partnerin, nach dem Baby, nach dem Bauchnabel, nach dem Stillen, nach allem. Diese Wochenbettbetreuung ist in Deutschland eine Kassenleistung, ihr zahlt also nichts dafür.
Was du dafür tun musst: Die Hebamme schon in der Schwangerschaft suchen, am besten früh. Freie Hebammen sind in vielen Städten knapp. Wenn ihr noch keine habt, ist das jetzt dein Job. Fragt im Geburtshaus, in der Klinik oder bei der Hebammenzentrale in eurer Stadt.
Und dann: Sei bei den Terminen dabei. Nicht im Nebenzimmer, sondern mit am Bett. Die Hebamme ist die eine Person, die ihr alles fragen könnt, ohne dass es peinlich ist. Wunder Po, komischer Stuhl, Milchstau, Schlaf, Stimmung, Sex. Schreib dir die Fragen auf, wenn sie dir nachts einfallen, und stell sie beim nächsten Besuch.
Was du in Woche 1 bis 8 tust
Jetzt zu dir. Du bist nicht der Helfer im Wochenbett, du bist Elternteil. Aber die Aufgaben sind in dieser Zeit ziemlich klar verteilt: Deine Partnerin erholt sich und versorgt das Baby. Du hältst den Rest am Laufen. Und das ist mehr, als man denkt.
Woche 1
Alles neu, alles chaotisch, keiner schläft. Deine Aufgaben: Essen auf den Tisch bringen, Besuch abwehren oder auf eine Person pro Tag begrenzen, das Baby übernehmen, damit deine Partnerin mal zwei Stunden am Stück schlafen kann. Und die Anmeldung beim Standesamt, wenn das nicht schon im Krankenhaus passiert ist. Mehr dazu unter Admin-Chaos und Behörden-Dschungel.
Woche 2 und 3
Ein bisschen Routine kommt rein. Jetzt lohnt es sich, Aufgaben fest zu verteilen: Wer wickelt nachts, wer kocht, wer kümmert sich um Kindergeld und Elterngeld. Nimm dir das Baby regelmäßig alleine, auch wenn es weint. Das ist kein Scheitern, das ist Üben. Deine Partnerin merkt in dieser Zeit oft erst richtig, was die Geburt mit ihrem Körper gemacht hat. Komplimente sind jetzt gefragt, keine Tipps.
Woche 4 bis 8
Das Spätwochenbett. Deine Partnerin wird mobiler, aber die Nächte bleiben kurz. Wenn du Elternzeit hast, ist das die Zeit, in der ihr als Familie ankommt. Wenn du wieder arbeitest, wird es für sie allein zu Hause anstrengend. Dann sind Abendessen, Wochenende und die Nacht deine Schicht. Gegen Ende des Wochenbetts steht der Rückbildungskurs an, auch da kannst du helfen: Baby nehmen, Termin freihalten.
Was du konkret tun kannst:
Eine Hebamme organisieren, am besten noch vor der Geburt, und bei den Terminen dabei sein.
Dafür sorgen, dass deine Partnerin in den ersten 10 Tagen liegen kann. Essen, Besuch, Haushalt sind dein Ding.
Mit anderen Vätern reden, was du bei der Geburt erlebt hast. Das ist nicht weich, das ist klug.
Fragen, die Väter googeln
Wie lange dauert das Wochenbett?
Das durchschnittliche Wochenbett dauert sechs bis acht Wochen. Die ersten 10 Tage heißen Frühwochenbett, da ist vor allem liegen angesagt. Danach geht es langsam zurück in den Alltag, aber mit viel Ruhe.
Was ist das Frühwochenbett?
Das Frühwochenbett sind die ersten 10 Tage nach der Geburt. In dieser Zeit beginnt die Rückbildung im Körper deiner Partnerin, und der braucht dafür vor allem eins: Ruhe und viel liegen.
Muss meine Partnerin im Wochenbett wirklich liegen?
Ja, so gut es geht. Eine Geburt ist körperlich und mental anstrengender als ein Marathonlauf. Im Wochenbett steckt nicht ohne Grund ein Möbelstück aus dem Schlafzimmer. Deine Aufgabe: dafür sorgen, dass sie liegen kann.
Was macht die Hebamme im Wochenbett?
Die Hebamme kommt in den ersten Wochen nach der Geburt zu euch nach Hause, schaut nach deiner Partnerin und dem Baby und beantwortet alle Fragen. Wirklich alle. Sei bei den Terminen dabei und frag selbst.
Was mache ich als Vater im Wochenbett?
Du bist der, der den Laden am Laufen hält: Essen, Besuch, Haushalt, Behörden, und zwischendurch das Baby übernehmen, damit deine Partnerin schlafen kann. Nicht als Helfer, sondern als Elternteil.